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Frage:

Wie wähle ich meine Charaktere aus?

 
 

Antwort:

Mein wichtigster Tipp ist: Jeder Charakter muss ein Geheimnis haben. Platte Charaktere, die bereits in Kapitel 1 ihre ganze Persönlichkeit, ihre Herkunft und ihre Ziele preisgeben, fesseln den Leser nicht. Im Gegenteil, das ist langweilig. Leser wollen Eure Charaktere selbst kennenlernen – mit ihnen wachsen. Und dafür eignet sich nichts besser, als wenn Ihr Euch für jeden Charakter genau überlegt, warum er was macht und was sein Ziel im Leben ist.

Tipp zwei ist: Lasst Eure Charaktere ihre Persönlichkeiten durch Handlungen, nicht durch Beschreibungen zeigen. Wenn Ihr beispielsweise beschreibt: "Tom liebt Katzen", wirkt das weniger eindrücklich, als wenn Ihr eine Szene einfügt, wo Tom ein Katzenbaby rettet. Das ist natürlich jetzt ein aus der Luft gegriffenes Beispiel, aber im Grunde funktioniert das Charaktere erstellen genau so. Ihr müsst wissen, welche Lieblingsspeisen, welche Lieblingsorte, ja, sogar, welche Lieblingskleider Euer Charakter hat. Welche Dinge ihm im Leben etwas bedeuten und welche nicht.

Ich habe einige meiner Charaktere selbst erst "mit der Zeit" begriffen und kennengelernt. Es macht nichts, wenn ein Charakter zunächst eher oberflächlich und glatt wirkt, solange er in einem späteren Teil der Geschichte dann Tiefe bekommt. Einige Charaktere brauchen einfach länger, bis sie "geknackt" sind. Lasst das zu. Versucht nicht, Eure Charaktere auszuquetschen und ihnen Geheimnisse zu entlocken, wenn sie das nicht wollen. Einige sind nun mal verschlossen, dafür ist das Entdecken ihrer Persönlichkeit umso spannender. Andere sind im wahrsten Sinn des Wortes ein offenes Buch und ihr müsst sie bremsen, um noch das ein oder andere Geheimnis zu wahren.

Ihr seht, mit der Zeit entwickelt man eine gewisse "gesunde Schizophrenie". Man kennt die Charaktere fast so gut wie seine engsten Freunde, wenn nicht besser. Ihr wisst, wie die Charaktere handeln werden, bevor sie es tun. Und genau das macht die Faszination des Schreibens aus. Am meisten liebe ich es, wenn ich meine Charaktere einfach in eine Szene schmeissen und dann beobachten kann, was sie tun und wie sie mit meinen Inputs in Form von Herausforderungen und Gefahren umgehen.

Es hilft auch, die Charaktere zu "interviewen", wie ich es mit denjenigen von Band 1 der Alia Saga getan habe. Stellt allen dieselben Fragen und schaut, wie sie reagieren. Dadurch erfahrt Ihr wahrscheinlich mehr über sie, als wenn Ihr versucht, ihnen auf der Folterbank ihre Geheimnisse zu entlocken ;-)

 

 

 

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